Schülerinnen und Schüler beleuchten ein dunkles Kapitel Mülheimer Stadtgeschichte
Ausstellung „1933 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr“ in der Städtischen Realschule an der Mellinghofer Straße

Wer zündete in der „Reichkristallnacht“ die Mülheimer Synagoge an? Wie und warum unterstützen Mülheimer Großindustrielle die Nationalsozialisten? Wie erging es den Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in den Mülheimer Lagern? Wer leistete in unserer Stadt Widerstand gegen die Faschisten?

Seit Anfang Mai erarbeiten sich mehrere Klassen der Realschüler anhand der Ausstellung „1933 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr“ dieses dunkle Kapitel der Mülheimer Stadtgeschichte. Dunkel – aber doch nicht ohne Lichtblicke an Zivilcourage und persönlichem Opfermut, wie die Geschicke von mutigen Frauen und Männern aus Mülheim zeigen, die den Nationalsozialisten mit ihren jeweils eigenen Mitteln Widerstand leisteten – nicht selten bis hin zur Ermordung im KZ.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Mit dem Ehrenvorsitzenden der Mülheimer VVN-BdA, Helmut Hermann, konnten die Schülerinnen und Schüler nun einen Zeugen befragen, der diese Zeit selbst erlebt hat. Als Kind musste der heute 87-Jährige mitansehen, wie SA-Leute seinen Vater aus der Wohnung prügelten und in ein Lager verschleppten. Bei vielen seiner Erinnerungen ist den Schülern ihre Betroffenheit anzumerken. Ebenso ihre Zustimmung, als Helmut Hermann die Gesprächsrunde mit dem Appell beschließt, Stellung zu beziehen gegen Fremdenhass und rechte Parolen und zusammen alles dafür zu tun, dass sich Ähnliches nie wiederholen kann.

Stellung beziehen gegen Fremdenhass und rechte Parolen

Die Ausstellung der VVN wurde bereits mit großer Resonanz in mehreren Mülheimer Schulen gezeigt. Für Silvia Rölle, die Vorsitzende der Mülheimer VVN-BdA, ist dies ein ermutigendes Zeichen, denn „die Wanderausstellung ist höchst aktuell. Sie zeigt u.a., dass da, wo soziale Ängste herrschen, ein Nährboden für Fremdenfeindlichkeit geschaffen wird, auf dem Hass und Terror wachsen – und dies ist ein ganz aktuelles Thema, auch und gerade für die heranwachsende Generation. Indem sie die furchtbaren Konsequenzen von Wegsehen und sich Arrangieren deutlich macht, gleichzeitig aber auch, dass man etwas bewegen kann, und sei es auch „nur“ im jeweils eigenen Bereich, ermutigt die Ausstellung zum Engagement, zum Stellung beziehen gegen rechtes und fremdenfeindliches Gedankengut. Ich freue mich sehr, wenn wir mit ‚1933 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr‘ einen Teil dazu beitragen können.“

1933 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr“ setzt sich mit Themen wie der Vorgeschichte des Nazi-Regimes, der Machtübertragung an Hitler, den Frauen im Widerstand, dem Widerstand der Arbeiterparteien und Organisationen sowie dem Verhältnis zwischen NS-Staat und Künstlern auseinander. Alle Themenstellungen beziehen sich explizit auf die Mülheimer Geschichte. Interessierten wird „1933 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr“ von der VVN als Wanderausstellung zur Verfügung gestellt, Führungen können vereinbart werden. >> Kontakt.


 

8. Mai – Tag der Befreiung
Gedenkfeier auf dem Altstadtfriedhof

Am 8.Mai 1945 wurde Deutschland vom Faschismus befreit. Die VVN-BdA Mülheim an der Ruhr gedachte an diesem Tag den über 20.000 Menschen, die meist aus der Sowjetunion stammend, während des 2. Weltkriegs als Zwangsarbeiter in Mülheim an der Ruhr misshandelt und missbraucht wurden.

Sie lebten und arbeiteten unter menschenunwürdigen Bedingungen in mehr als 50 Lagern verteilt im gesamten Stadtgebiet. Es gibt kaum ein Mülheimer Unternehmen, dass sich nicht an diesen SklavenarbeiterInnen bereichert hat. Viele dieser Menschen starben an Hunger, Entkräftung, Misshandlungen oder weil sie nicht in die Luftschutzbunker gelassen wurden.

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Was will die AfD wirklich?
Ausstellung der VVN vom 1. Mai auf dem Rathausmarkt jetzt auch online

Am 1. Mai zeigte die VVN Mülheim die Ausstellung „Der Arm der Bewegung– die Alternative für Deutschland“ bei der 1. Mai Kundgebung auf dem Rathausmarkt. Der Grundgedanke der Ausstellung besteht darin, die AfD nicht als isoliertes Phänomen, sondern in ihrem Beziehungsgeflecht darzustellen und zu kritisieren.

 

Mit ihrer Ausstellung will die VVN-BdA Kreisvereinigung Mülheim an der Ruhr zeigen, was die AfD wirklich ist und was sie wirklich will. Es soll niemand sagen können, er habe nicht gewusst, in welchem Beziehungsgeflecht sich die AfD bewegt und worin ihre konkreten Ziele bestehen.

Die Ausstellung als PDF können Sie sich >> hier ansehen.

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Wir waren dabei!
Mitglieder der Mülheimer VVN-BdA beteiligten sich in Düsseldorf vor dem lettischen Konsulat an den internationalen Protesten

Die VVN-BdA und die Mitgliedsverbände der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) hatten zu Mahnwachen vor den lettischen Botschaften bzw. Konsulaten aufgerufen. Die Antifaschisten protestierten gegen die Ehrung von Angehörigen der Waffen-SS in der lettischen Hauptstadt Riga und die Unterdrückung antifaschistischer Proteste in Lettland. Es fanden europaweit Mahnwachen vor den lettischen Botschaften u.a. in Berlin, Budapest, Lissabon, Rom, Athen und Brüssel statt.

Weitere Informationen unter http://www.vvn-bda.de/internationale-proteste-gegen-die-ehrung-der-waffen-ss-in-riga/

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